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Omega-3 – Ein mögliches Mittel gegen Alzheimer?

Sie saß im hell erleuchteten Wartezimmer der Arztpraxis, ihre wettergegerbten Hände auf dem Schoß gefaltet. Der Grund für ihren Arztbesuch war simpel gewesen: Sie war in letzter Zeit etwas vergesslicher als sonst und manchmal etwas durcheinander. Immer häufiger fiel es auch ihren Freunden und ihrer Familie auf und diese drängten sie, einen Termin beim Arzt zu machen. Sie hatte angenommen, dass ihre Vergesslichkeit einfach zum Älterwerden dazugehörte oder ein Symptom irgendeines alltäglichen Problems sei. Vielleicht schlief sie nicht genug? Vielleicht müsste sie sich gesünder ernähren? Vielleicht fehlten ihr Vitamine? Alle erzählten immer von irgendwelchen Vitaminen…

Erst nachdem die Tests angeordnet wurden, begann sie zu begreifen, dass es sich um etwas Ernsteres handeln könnte. Während sie angespannt darauf wartete, was die Tests ergeben hatten, hörte sie durch die Tür die gedämpften Schritte der Gruppe von Ärzten und Krankenschwestern. Vor der Tür blieben sie stehen. Die medizinischen Lehrtafeln an den kargen bleichen Wänden waren eine schwache Ablenkung von den Gefühlen der Angst und Besorgnis, die mit jedem Moment in ihr wuchsen. Dann öffnete sich endlich die Tür. Ihre Aufmerksamkeit fiel auf den jungen Arzt, der hereinkam und sie begrüßte. Seine Stimme erfüllte das Zimmer und voller Mitgefühl sprach er die Worte aus, die sie nie erwarte hätte. Er sagte, dass sie eine Krankheit habe – eine, für die es keine Heilung gäbe und die ihr ihre Identität und die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, rauben und ihr Leben verkürzen würde. Die harte Realität ihrer Situation wurde ihr bewusst, als sie die abschließenden fünf Worte hörte: „Man kann nichts dagegen tun…“

Ein solches oder ein ähnliches Szenario haben die 46 Millionen Menschen weltweit erlebt, bei denen die Alzheimer-Krankheit (AK) diagnostiziert wurde. Mit bis zu 60-70% der Demenzfälle ist AK eine der am weitesten verbreiteten Erkrankungen in der westlichen Welt. Bis heute wurde kein Heilmittel entdeckt und es gibt keine klinischen Beweise, dass es irgendetwas gibt, dass das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnte. Jedoch wird weiterhin nach einem Heilmittel geforscht und obwohl ein solches noch nicht existiert, gab es bereits einige Durchbrüche, die Hoffnung auf die Entdeckung von Methoden machen, die in der Lage sind die Krankheit zu verhindern und ihr Fortschreiten zu verlangsamen.

Omega-3-Fettsäuren sind eng mit unseren mentalen Funktionen verbunden und gelten als unverzichtbar für die Gehirngesundheit. Vor kurzem wurde gezeigt, dass Omega-3 psychischen Störungen wie Depression, Angststörungen, bipolarer Störung und ADHS entgegenwirkt. Neueste Forschungen haben jetzt ergeben, dass Omega-3-Fettsäuren auch nützlich bei der Prävention und Behandlung von Alzheimer sein könnten.

Alzheimer's DiseaseDa Omega-3-Fettsäuren ein integraler Bestandteil einer gesunden Ernährung sind, wurde ein Mangel mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht und es ist wahrscheinlich, dass auch Alzheimer bald Teil dieser Liste sein wird. Studien haben herausgefunden, dass ein hoher Omega-3-Konsum mit einem verringerten Risiko Alzheimer zu entwickeln einhergeht. Obwohl nur wenige Versuche an Menschen durchgeführt wurden, ergaben Studien an Mäusen und Ratten, dass eine lebenslange Ergänzung mit DHA zu einer Verbesserung der Alzheimer-Symptome führte. Auf der anderen Seite wies die Gruppe, die DHA erst nach dem Auftreten der Symptome erhielt, nicht das gleiche Maß an Besserung auf. Dies deutet darauf hin, dass DHA neuroprotektive Eigenschaften besitzt, und dass ein Mangel dieser Fettsäure sowohl zum Einsetzen als auch zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen könnte.

Omega-3-Fischöl hat sich auch als vielversprechend bei der Bekämpfung einer der vermuteten Ursachen der AK herausgestellt: Amyloid-Plaque. Bei dieser Art von Plaque handelt es sich um eine Ansammlung von Beta-Amyloid-Protein. Chemisch gesehen ist Amyloid-Plaque eine klebrige Substanz, das heißt, sie verklumpt leicht. Bei Alzheimerkranken zersetzt ein bisher nicht identifiziertes Enzym das Protein in kleinere Fragmente und verschlimmert so die Verklumpung. Die Klumpen werden im Gehirn abgelagert und beeinträchtigen die Übertragung von Signalen, indem sie diese blockieren. Mit der Zeit trägt dies zum Verlust von Neuronen bei und führt dazu, dass die betroffenen Gehirnregionen beginnen abzusterben.

Eine Studie untersuchte die Wirkung von über die Ernährung zugeführter DHA und zeigte eine Reduktion von Amyloid-Plaque im Hippocampus und im parietalen Cortex – zwei Gehirnregionen, die besonders stark von Alzheimer betroffen sind. Die Reduktion der Plaqueablagerung war signifikant und es wurden Werte von bis zu 50% gemessen. Obwohl dies nicht darauf hindeutet, dass Omega-3-Fettsäuren ein Heilmittel sind, so heben die Ergebnisse dennoch deren Potential bei der Verlangsamung der Krankheitsprogression durch die eine Verringerung der Gehirnsignalstörung hervor.

Eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung und Progression von Alzheimer sind Entzündungen. Neuronen stehen  mit immunologischen Mechanismen innerhalb des Gehirns in Verbindung und es wird angenommen, dass die Ansammlung gemeinsam mit einigen weiteren mit AK einhergehenden Mechanismen eine Entzündungsreaktion des Immunsystems auslöst. Die Entzündung kann Schäden verursachen, welche das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen. Die Bekanntheit von Omega-3-Fettsäuren beruhte ursprünglich auf ihren entzündungshemmenden Eigenschaften. Es wurde sogar nachgewiesen, dass die Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnisses in der Lage ist, Entzündungen abzubauen. Obwohl Entzündungen durch Omega-6 bei Patienten mit Alzheimer nicht ausführlich erforscht wurden, ist es doch möglich, dass die antiinflammatorischen Eigenschaften von Omega-3-Fischöl Schutz gegen die für die Erkrankung typische schnelle Verschlechterung bieten.

In den wenigen Studien mit Alzheimerpatienten haben Omega-3-Fettsäuren eine gewisse Wirkung gezeigt, allerdings war diese selektiv. Viele der Forschungsergebnisse widersprechen einander und das Thema ist Gegenstand ständiger Diskussionen. Zwar weist der Großteil der Studien darauf hin, dass Omega-3 im Spätstadium der Alzheimerkrankheit keine starke Wirkung besitzt, jedoch kann es im Anfangsstadium Verbesserungen bewirken. Patienten mit nur geringen kognitiven Einschränkungen, die Omega-3 verabreicht bekamen, schienen Verbesserungen festzustellen und die Krankheit schritt nicht so rasch voran wie bei der Gruppe der Patienten, die keine zusätzlichen Omega-3-Fettsäuren einnahmen. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass wenn die Erkrankung früh genug bemerkt wird, Omega-3 dabei helfen kann, deren Verlauf zu verlangsamen.

Alzheimer ist eine tödliche Krankheit, die laut der westlichen Schulmedizin zum aktuellen Zeitpunkt weder geheilt noch aufgehalten werden kann, aber möglicherweise wird sich das bald ändern. Die medizinische Forschung macht ständig Fortschritte und jeder Durchbruch bringt uns einer effizienten Behandlungsmethode näher. Die potentielle Rolle von Omega-3 bei der Behandlung der Krankheit ist noch nicht vollständig verstanden und weitere Studien sind definitiv notwendig. Dennoch wissen wir, dass Omega-3-Fettsäuren nicht nur Alzheimer sondern auch die Mechanismen der Krankheit beeinflussen und sie besitzen das Potenzial sowohl ein Teil zukünftiger Behandlungsmethoden als auch ein Werkzeug zur Vorbeugung zu werden. Es ist möglich, dass der Satz „Man kann nichts dagegen tun“ durch weitere Forschungsarbeiten schon bald nicht mehr Alzheimer zutrifft.

Quellen

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